Die Wohnungsbaugenossenschaft EVM Berlin eG hat ihre Vertreterwahl 2025 bereits zum zweiten Mal als hybride Wahl durchgeführt. Dieses Mal wünschte sich der Vorstand einen Wahlsystem-Anbieter, der als alleiniger Koordinator die gesamte Planung und Umsetzung des Wahlprojekts übernimmt. Dank des umfassenden Komplettpakets von Electric Paper befand sich das Wohnungsunternehmen in besten Händen: Der reibungslose Ablauf sorgte für eine merkliche Entlastung und Zeitersparnis.
Die EVM Berlin eG ist eine Wohnungsbaugenossenschaft, deren Geschichte bis auf das Jahr 1904 zurückgeht. In Zeiten großer Wohnungsnot gegründet, ist sie heute ein modernes Unternehmen, das seinen rund 11.500 Mitgliedern knapp 5.400 Wohnungen in acht Berliner Bezirken bietet. Höchstes Ziel ist es, bezahlbaren und zugleich ansprechenden Wohnraum in der Hauptstadt zu schaffen und zu erhalten.
Das wichtigste Organ in der demokratischen Struktur einer Genossenschaft ist die Vertreterversammlung. Sie wählt den Aufsichtsrat, der wiederum den Vorstand berät und kontrolliert. Alle fünf Jahre hat jedes Genossenschaftsmitglied die Möglichkeit, die Vertreter durch eine direkte Wahl zu bestimmen.
Von Präsenz- zu Online-Wahlen
Ihre erste hybride Vertreterwahl hat die EVM bereits 2020 durchgeführt. Im Zuge der Coronapandemie hat sich die Genossenschaft dazu entschlossen, die bisherigen Präsenzwahlen durch eine Online-Wahl zu ersetzen. Die Briefwahl blieb daneben als weitere Option bestehen.
„Die Präsenzwahlen fanden bis 2015 in fünf Wahlbezirken statt und waren mit einem umfangreichen Rahmenprogramm aufwändig gestaltet. Die Summe der Mitglieder, die wir durch die Präsenzveranstaltungen erreicht haben – rund 600 Mitglieder für alle Veranstaltungen –, stand jedoch nicht mehr im Verhältnis zum Aufwand und zu den Kosten“,
erinnert sich Jörg Kneller, der als Vorstandsmitglied der EVM für die Vertreterwahl 2025 verantwortlich war.
So war die Einführung der Online-Wahl letztendlich auch ein strategischer Versuch, die Wahlbeteiligung zu steigern oder zumindest zu halten. In einer reinen Briefwahl sah die Wahlleitung ein zu hohes Risiko für eine rückläufige Anzahl an Wählenden.
Zentraler Ansprechpartner gewünscht
Nachdem Electric Paper 2020 bereits einen Teilbereich des Wahlprojekts umgesetzt hatte, beauftragte die EVM den Lüneburger Wahlsystemanbieter 2025 mit der gesamten hybriden Wahl.
„Dieses Mal wollten wir nur einen einzigen Ansprechpartner haben, der uns das komplette Leistungspaket aus einer Hand anbieten kann. Da kam es uns sehr gelegen, dass Electric Paper sein Angebot während der letzten Jahre unseren Anforderungen entsprechend weiter ausgebaut hatte“,
berichtet Jörg Kneller.
Das Leistungsspektrum umfasste eine ganze Reihe von Dienstleistungen. Ein Baustein war beispielsweise das Wahlportal, mit dem die Eigennominierung der Kandidierenden vorgenommen werden konnte. Die Integration erfolgte als iframe in die Website der EVM.
Das Wahlportal bietet den Vorteil, dass sämtliche Informationen über einen einzigen Kanal eingehen. Ihre Daten haben die Kandidierenden einfach in vordefinierte Felder eingetragen und versandt. Hierzu zählten der Name, ein Foto, eine Kontakt-Mailadresse sowie eine kurze Profilbeschreibung. Danach konnte die EVM alle eingegangenen Texte und Bilddateien im Wahlportal überprüfen, gegebenenfalls bearbeiten und freigeben. Am Ende war es möglich, die Informationen bequem als Exceltabelle zu exportieren, um diese dann für die Erstellung der Stimmzettel zu nutzen.
Vollständige Koordination der Brief- und Online-Wahl
Darüber hinaus organisierte Electric Paper die Produktion und Auslieferung von neun unterschiedlichen Druckartikeln – darunter das Wahlanschreiben, die papierhaften Stimmzettel sowie die Anleitung und Zugangsdaten für die Online-Wahl. Des Weiteren wurde den Wahlunterlagen jeweils eine Broschüre beigefügt, in der alle Kandidierenden mit einer Kurzvorstellung aufgelistet waren. Während sich Electric Paper um die gesamte Abstimmung mit dem Druckdienstleister kümmerte, musste die EVM für die Druckstücke lediglich die Daten und Vorlagen liefern.
Ebenfalls Bestandteil des Leistungsumfangs war die technische Einrichtung und Eröffnung der elektronischen Wahl auf Grundlage des uniWAHL Online-Wahlsystems (OWS). Vor der Live-Wahl hatte der Kunde jedoch noch die Möglichkeit, die digitale Wahlkabine intern auf eine einwandfreie Funktionalität und Darstellung zu testen.
„Neu war bei dieser Vertreterwahl, dass die Fotos der Kandidierenden auch auf der Online-Wahlplattform angezeigt wurden – eins zu eins zur Broschüre. So haben wir vermieden, dass an dieser Stelle ein Bruch zwischen analogen Unterlagen und digitaler Stimmabgabe entsteht“,
fügt Jörg Kneller hinzu.
Digitaler Abgleich mit der Wählerliste
Nachdem die Stimmabgabe via Internet beendet war, ermittelte Electric Paper zunächst das Ergebnis der Online-Wahl. Danach erfolgte am Wahltag ein Abgleich der Briefwahlrückläufer mit dem Wählerverzeichnis, um ein doppeltes Votum per Papier- und Online-Stimmzettel zu verhindern.
Dank der uniWAHL Wahlraum-Software ging dieser Vorgang effizient und zügig über die Bühne. An vier Arbeitsplätzen scannten Mitarbeitende von der EVM die Barcodes ein, die sich auf dem Wahlbestätigungsschein befanden. Die hierfür benötigte Software und Hardware (Barcode-Scanner und Laptops) stellte der Anbieter zur Verfügung.
Hatte ein Mitglied bereits online abgestimmt, zeigte das System umgehend ein rotes Signal an. Der dazugehörige Umschlag mit dem Stimmzettel wurde daraufhin ungeöffnet als ungültig markiert, sodass nur die elektronische Stimme zählte.
Maschinelle Auszählung begeistert
Wie schon beim letzten Projekt war die Wahlleitung auch 2025 von der maschinellen Auszählung der Briefwahlstimmzettel besonders begeistert. Diese fand beim Kunden vor Ort statt und sorgte für eine entspannte Auswertung ohne allzu hohen internen Zeit- und Personalaufwand.
Nachdem die Wahlhelfer:innen der EVM die Stimmzettel aus den Umschlägen entnommen hatten, scannten zwei Kollegen von Electric Paper die gestapelten Dokumente mit dem mitgebrachten Dokumentenscanner ein. Uneindeutige Stimmzettel steuerte die Software umgehend aus, sodass der Wahlvorstand in diesen Fällen manuell über die Gültigkeit entscheiden konnte.
Im letzten Schritt führte Electric Paper die beiden Ergebnisse aus der Brief- und Online-Wahl im uniWAHL OWS zu einem Gesamtergebnis zusammen. Damit war die Auswertung der hybriden Wahl bereits am frühen Nachmittag beendet.
„Früher waren wir mit etwa 10 bis 15 Mitarbeitern einen ganzen Tag lang damit beschäftigt, die Stimmen manuell auszuzählen. Wenn das Ergebnis am Ende des Tages dann nicht aufging, fing die hektische Fehlersuche an. Daher waren wir von der Schnelligkeit und Genauigkeit der digitalen Auszählung schon sehr angetan“,
erläutert Jörg Kneller.
Nicht zuletzt habe die digitale Wahl für die Mitarbeitenden auch einen gewissen Motivationscharakter. Denn anstelle einer nervenaufreibenden, zeitraubenden Auszählung steht jetzt ein automatisiertes Verfahren, das die Ermittlung des Ergebnisses für alle Beteiligten so komfortabel wie möglich macht.
Fazit: EVM würde hybride Wahl weiterempfehlen
Am Ende konnte sowohl die unkomplizierte Zusammenarbeit mit Electric Paper als auch die reibungslose Durchführung der hybriden Wahl auf ganzer Linie überzeugen. Das umfassende Rundum-sorglos-Paket bot der EVM ein stimmiges Dienstleistungsangebot, das den Ablauf des komplexen Wahlprojekts spürbar vereinfachte und die Mitarbeitenden entlastete.
Bei einer Gesamtwahlbeteiligung von 26,56 % hatten sich 10,48 % der Wählenden für die Online-Wahl und 16,08 % für die Briefwahl entschieden. Mit diesem Ergebnis zeigte sich die EVM durchweg zufrieden.
„In der heutigen Zeit freuen wir uns darüber, wenn die Wahlbeteiligung auf einem ähnlich hohen Niveau bleibt und nicht zurückgeht. Und ich würde die hybride Wahl anderen Genossenschaften jederzeit mit beruhigtem Gewissen weiterempfehlen. Klar: Es kostet auch Geld – doch die Investition macht sich bezahlt“,
sagt Jörg Kneller.
Zurück zu einer rein analogen Vertreterwahl mit Präsenzwahlen wolle die EVM auf keinen Fall mehr. Dies würde einfach einen zu starken Rückschritt bedeuten.