Anfang 2026 fanden an der Universität Göttingen die „kleinen“ Hochschulwahlen, d.h. nur der Studierendenschaft statt. Wie bereits im Jahr davor erhielt auch dieses Mal der Wahlsystemanbieter Electric Paper den Zuschlag für die Umsetzung der Online-Wahlen. Diese Entscheidung sollte sich erneut als goldrichtig erweisen: Sowohl die reibungslose Funktionalität und das schlichte Design der Wahlplattform als auch der Support des Dienstleisters führten das Projekt zielgenau zum Erfolg.
Die Universität Göttingen wurde 1737 gegründet und 2003 als erste Volluniversität Deutschlands in die Trägerschaft einer Stiftung Öffentlichen Rechts überführt. Heute zeichnet sich die Hochschule durch ein breites Fächerspektrum in den Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften sowie in der Medizin aus. Ihren rund 28.000 Studierenden bietet sie 210 Studiengänge an 13 Fakultäten an.
Jedes Jahr im Januar führt die Universität Göttingen Hochschulwahlen durch. Während die Studierenden ihre Parlamente, Gremien und Semestertickets jährlich neu wählen, finden die „großen“ Wahlen aller Statusgruppen nur alle zwei Jahre statt. Ihre Stimmen geben die Wählenden bereits seit vielen Jahren digital über ein Online-Wahlsystem oder alternativ per Briefwahl ab.
Authentifizierung via OpenID Connect
Bis zum Wahljahr 2024 betrieb die Universität ein Wahlportal, das im Hochschulrechenzentrum der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG) gehostet wurde. Indem sich die Wählenden mit ihren Benutzerdaten über dieses Portal zur Online-Wahl einloggten, erfolgte die Verifizierung der Identitäten.
„Da wir als große Volluniversität sehr viele unterschiedliche Wählergruppen haben, war diese Methode zu komplex und fehleranfällig. Daher war es unser Wunsch, mit den kleinen Wahlen 2025 auf das OpenID-Connect-Authentifizierungsverfahren umzustellen“,
berichtet Ralf Buhre, Mitarbeiter der Rechtsabteilung und ständiger Vertreter der Wahlleitung an der Universität Göttingen.
Den OpenID-Connect-Mechanismus hatte die GWDG bereits für zahlreiche andere Anwendungsfälle im Einsatz, sodass sich eine Nutzung für Wahlprojekte ebenfalls anbot. Den Studierenden sollte es möglich sein, sich – wie sonst auch – mit der E-Mail-Adresse und dem persönlichen Passwort des universitären E-Mail-Accounts in das Wahlportal einzuloggen. Die damit gekoppelte Zwei-Faktor-Authentifizierung sollte den Vorgang noch sicherer machen.
„Ein PIN-TAN-Authentifizierungsverfahren kommt für uns übrigens nicht in Frage, da wir Dutzende verschiedene Stimmzettel und höchst unterschiedliche Stimmzettelkombinationen haben. Wir müssten die Zugangsdaten also an über 27.000 Wählende per Post zielgenau verschicken – das wäre ein Riesenaufwand. Der Einsatz der OpenID-Technologie ist hier deutlich komfortabler“,
fügt Buhre hinzu.
Auslagerung der technischen Umsetzung
Ab 2024 beauftragte die Universität Göttingen den Lüneburger Wahlsystemanbieter Electric Paper mit der Umsetzung der Online-Hochschulwahlen – so auch für die Wahl im Januar 2026. Ausschlaggebend für den Zuschlag waren nicht nur die Erfahrungswerte in der OpenID-Connect-Integration. Von zentraler Bedeutung für die Wahlleitung waren auch die Wirtschaftlichkeit des Angebots sowie die Einhaltung aller Anforderungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Im Zuge des Anbieterwechsels hat die Universität zwar die Kernsoftware uniWAHL erworben, nutzte diese jedoch nicht für die Verwaltung der Wahlen. Stattdessen beauftragte der Kunde seinen Partner Electric Paper mit einem Full-Service, der unter anderem die Erstellung der vielen verschiedenen digitalen Stimmzettel beinhaltete. Somit musste das Wahlamt mit der Software nicht direkt arbeiten, sondern konnte die technische Umsetzung komplett an den Dienstleister auslagern.
„Bei uniWAHL handelt es sich eigentlich um ein gutes Softwarepaket. Allerdings ist die Vorbereitung unserer hochkomplexen Wahlen sehr herausfordernd und basiert auf einem etablierten System. Man bedenke: Auf einem einzigen Stimmzettel stehen bis zu 500 Personen. Da ist es für uns schlichtweg einfacher, eine Excel-Datei mit den Kandidierenden an Electric Paper zu liefern“,
erläutert Buhre.
Diese Excel-Datei konnte der Dienstleister in das uniWAHL Online-Wahlsystem importieren und so die Stimmzettel per Knopfdruck generieren. Hierfür stand eine universelle Importschnittstelle zur Verfügung.
Integration einer Urabstimmung
Eine weitere Besonderheit dieses Wahlprojekts waren die Urabstimmungen zu den Semestertickets. Auf diesen gesonderten Stimmzetteln am Ende der Wahlkabine hatten die Studierenden die Möglichkeit, mit „Ja“ oder „Nein“ für das Deutschland- sowie das Kulturticket abzustimmen.
„Nicht nur in diesem Kontext zeigte sich ein großer Vorteil des uniWAHL Online-Wahlsystems: Die Studierenden konnten jeden Stimmzettel einzeln anklicken, ihre Kreuze machen, die Wahlkabine verlassen und ggf. zu einem späteren Zeitpunkt wiederkommen und einen anderen Stimmzettel auswählen. Das war echt super“,
betont Buhre.
Auf diese Weise war es beispielsweise möglich, dass Studierende ihr Stimmrecht lediglich für die Semestertickets ausübten. Genauso gab es aber auch Wählende, die ausschließlich an den politischen Wahlen teilnahmen. Durch die einzeln auswählbaren Stimmzettel profitierten die Studierenden von einer hohen Flexibilität.
Intuitive Bedienbarkeit begeistert
Während des achttägigen Wahlzeitraums hatten die Studierenden rund um die Uhr Zugang zum Wahlportal. Der Link zur Login-Seite war sowohl auf der eCampus-Plattform als auch auf der Internetseite der Universität Göttingen zu finden. Darüber hinaus verschickte das Wahlamt am ersten und am vorletzten Tag des Wahlzeitraums jeweils eine E-Mail mit dem Link an alle Wahlberechtigten.
Besonders gut kam bei den Studierenden die schlichte, leicht verständliche Benutzeroberfläche der digitalen Wahlkabine an:
„Die Studierenden sind begeistert vom Aussehen des Wahlportals. Sie sind der Ansicht, dass es einfach aufgebaut und intuitiv zu bedienen ist. Diese Einfachheit erleichterte auch die Umgewöhnung vom vorherigen Online-Wahlsystem auf die Lösung von Electric Paper enorm“,
erzählt Buhre.
Einen weiteren Pluspunkt sieht die Studierendenschaft darin, dass es sich beim uniWAHL OWS um eine Open-Source-Komponente handelt. Dies bietet den Vorteil, dass der Quellcode öffentlich einsehbar und unabhängig überprüfbar ist. Dadurch entsteht wiederum mehr Transparenz über Funktionsweise, Sicherheit und Datenschutz.
Fazit: Software und Service überzeugen gleichermaßen
Mit Electric Paper hatte die Universität Göttingen einen Wahlsystemanbieter an ihrer Seite, der alle wichtigen Anforderungen der Wahlleitung vollständig erfüllte. Nicht nur war das IT-Unternehmen in der Lage, die gewünschte OpenID-Connect-Anbindung zu realisieren. Es hat auch durch seine rundum durchdachte Softwarelösung überzeugt. Diese bot den Studierenden während der Online-Wahl sowohl ein Höchstmaß an Sicherheit als auch eine intuitive Bedienbarkeit. Besonders gelobt wurden der einfache Aufbau des Wahlportals sowie die Möglichkeit, jeden Stimmzettel separat aufzurufen, auszufüllen und abzusenden.
Darüber hinaus erfuhr die Wahlleitung durch das umfangreiche Servicepaket von Electric Paper eine umfassende Unterstützung während der Vorbereitungsphase. Anstatt die Wahl mit der Kernsoftware selbst anlegen und verwalten zu müssen, konnte der Kunde die technische Umsetzung einfach komplett an den Dienstleister abgeben.
„Zuerst musste ich mich daran gewöhnen, dass ich nicht mehr alles selbst machen kann. Doch jetzt bin ich äußerst zufrieden mit diesem Vorgehen. Ich kann einfach meine Sachen wegschicken und weiß, das wird erledigt. Sogar vor Weihnachten war die Erreichbarkeit von Electric Paper immer sehr gut“,
lobt Buhre.